Edvard Munch in Warnemünde

Text: Bernd E. Fischer
Recherche: Petra Schmidt
Photographien: Angelika Fischer


Der Maler Edvard Munch hatte genug vom Trubel der deutschen Kunstszene. Nach seinem Debüt 1892 beim Verein Berliner Künstler hatten die Bilder des norwegischen Malers einen Riesenskandal ausgelöst, der zur Schließung der Ausstellung und zur Abspaltung progressiver Künstler in der Berliner Sezession geführt hatte. Berühmt und berüchtigt trieb es ihn durch die deutschen Museen und Galerien und schließlich durch die Kulturzentren Europas. PausenloseArbeit und die Alkoholexzesse einer lebenshungrigen Bohéme hatten seine Nerven zerrüttet, als er 1907 im aufstrebenden Ostseebad Warnemünde ein kleines Fischerhaus mietete. Ich hoffe, daß das Meer mich restauriert, schrieb er an seinen Freund und Mäzen Gustav Schiefler. Doch auch hier sorgte er bald für neue Skandale mit seinen Aktbildern, besonders aber mit dem Bildnis dreier nackter Bademeister. Die Verfolgungsangst, die nervösen Zusammenbrüche und der Alkohol trieben ihn 1908 in eine Kopenhagener Klinik und schließlich zurück in seine norwegische Heimat. Lange vom Verfall bedroht, erinnert das Haus am alten Strom heute als lebendige Künstlerbegegnungsstätte an den großen Wegbereiter der Moderne.


ISBN 978-3-937434-42-1
Ladenpreis 7,80 €        

     



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